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Motivation, Leistung und Arbeitsverhalten Drucken E-Mail

Erfahrungen aus der Unter- und Mittelstufe

Eine gelöste, fröhliche Stimmung - erfreulicher Leistungseinsatz - viele offene Begegnungen - tägliche Rückmeldungen auch von Elternseite! Offensichtlich hat sich unter der Schülerschaft in unserer Schule eine «Schulfreude» breit gemacht. Vom Schulverweigerer, dem seelisch Verunsicherten, dem an sich selbst Zweifelnden bis zum Wissensdurstigen von Kindesbeinen an, sie alle fühlen sich in ihrer Schule wohl. Man mag sich fragen, ob man hier denn nur Spass hat, oder ob auch das Wissen erweitert wird und die Lernziele nach kantonalem Lehrplan erfüllt werden. Die Ergebnisse von Lernzielkontrollen mögen beruhigen und können mit einem klaren «Ja» beantwortet werden. Allerdings bewirken wir keine kurzfristigen Höhenflüge, wohl aber längerfristige. Das wachsende Selbstvertrauen der SchülerInnen bringt längst verloren geglaubte Ressourcen wieder ins Bewusstsein. Das Gefühl, "nicht so dumm zu sein", wie jahrelang glauben gemacht wurde oder endlich sein Potential ausschöpfen zu dürfen, kann auch «Flügel verleihen».

Selbständigkeit und Leistungswillen in einem guten Klima

Im Klima von Freiheit und Verantwortung kann verantwortliches Handeln gedeihen und selbstbestimmte, intrinsische Motivation zu echter Leistung führen.

Demotivierende Beurteilungen lassen die Kinder oft wirklich glauben, dass sie nicht zu guten Leistungen fähig seien. Diese Demotivation gibt ihnen die „Möglichkeit“ faul und damit meistens verbunden auch unzufrieden zu sein. Jeder Mensch sollte sein Potential erkennen können und nach Möglichkeit ausschöpfen dürfen. Eigene, manchmal auch hart erarbeitete Leistungen, steigern unser Selbstwertgefühl und unsere Zufriedenheit. Sie bringen nicht nur uns persönlich Nutzen, sondern oft auch unserem Umfeld und unserer Gesellschaft.

Motivierte, sich wohl fühlende SchülerInnen sind zu erstaunlichen Leistungen fähig und bereit. Dieses Konzept schafft die dazu nötigen „Werkzeuge“, ohne die Lernenden bremsen zu müssen.

Lernende werden auf dem Weg zum selbständigen Arbeiten von Anfang an begleitet. Sie wachsen in die Selbstständigkeit hinein und bestimmen mit, wann sie aus der intensiven Betreuung in die Position eines „selbstständigen Lernunternehmers“ kommen, welcher seine Arbeiten weitgehend selbstständig organisieren kann. Auf diesem intensiven Weg begleitet ihn sein Coach.

Die zu LernbegleiterInnen und LernberaterInnen gewordenen „Lehrkräfte“ geben den LernunternehmerInnen (vormals SchülerInnen genannt) in den „Inputzeiten“ Anregungen und Infos. Diese "Inputs" werden dann während der Lernzeiten in Lernateliers selbständig vertieft und geübt.

Die Coaches unterstützen die Lernenden dabei die Lernziele festzulegen und zu überprüfen. Im Bilanzgespräch wird das Erreichen dieser Zielvorgaben kontrolliert. Die Lernziele sind verbindliche Ziele, die während der Schulstunden erreicht werden können. Diese müssen bis zum Ende der Woche erreicht sein, wenn keine besonderen Gründe wie z.B. Abwesenheit wegen Krankheit vorliegen. Um die Wochenziele doch zu erreichen, kann Arbeit am Wochenende notwendig sein. Während der Lernzeit (Lernatelier) sind immer Lernbegleiterinnen anwesend und können von den Lernenden jederzeit um Unterstützung gebeten werden. Das „Lehrerzimmer“ ist nicht mehr nötig, da die Lehrer ihre Inputzeit im gemeinsamen Gruppenraum vorbereiten. Die SchülerInnen können die Räume ab 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr benutzen und vom Lernmaterial Gebrauch machen. Die fixe Lernzeit beginnt um 8.15 Uhr und endet in der Oberstufe um ca. 16.00 Uhr. Alle können, wenn sie wollen, im Lernatelier weiterarbeiten. Die Lernzeit wird von der Morgenpause und vom Mittagsessen unterbrochen. Nach dem Essen bleibt den Lernenden genügend Zeit, um sich zu erholen, auszutauschen oder gemeinsam zu spielen.

Wer den Pflichtstoff nach kantonalem Lehrplan schnell und leicht bewältigt, schafft sich Freiräume für seine speziellen Interessen. Ab der Mittelstufe werden Noten im Sinne von Bestätigung, oder als Anregung, sich zu vertiefen, erteilt. Noten sollen nicht wertend, sondern als Standortbestimmung verstanden werden. Pro Semester wird zum Notenzeugnis auch ein Feedback in schriftlicher Form (Text) erteilt.

Alle sollen stärkenorientiert arbeiten können. Die Schwächen können so auch akzeptiert werden. Man hat ja auch Stärken! Die Bereitschaft wächst, auch an den Schwächen zu arbeiten. Manchmal beginnen sich vermeintliche Schwächen in Stärken umzuwandeln.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 18. Oktober 2011